Hervorgehobener Artikel

Projekt-Blog zur Bachelor-Thesis von Jessica Hanke
Studiengang Mediendesign, Hochschule Hof / Campus Münchberg (University of Applied Sciences).

Im Rahmen meines Projekts werde ich unter dem Arbeitstitel „Meine Sicht auf Leipzig“ eine Untersuchung der Darstellung von Elementen im städtischen Raum mit fotografischen Mitteln durchführen.

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Erstes Herantasten

Um mir ein wenig klarer darüber zu werden, auf welche Art und Weise ich Elemente im städtischen Raum fotografieren kann um sie sehenswert abzubilden, entschied ich mich vorerst für einen Gegenstand der sehr nah zu meiner Wohnung steht. Wer den vorigen Blogpost gelesen hat kennt ihn schon, den Bauwagen.

Ich betrachtete ihn aus allen denkbaren Perspektiven, die mir ohne Zugang zu einem Fenster der umstehenden Häuser möglich war, und fotografierte vorallem im monochromen Farbstil. Für schwarzweiß hatte ich mich im schon im Vornherein entschieden. Damit wollte ich heute, neben der Gesamtwirkung, ausprobieren, ob die farbliche Reduktion meinen Blick auf das wesentliche, wie Formen, Linien, Strukturen und die Komposition schärfen kann.

Während ich den alten Bauwagen fotografierte, der wohlgemerkt schon seit Ende November verlassen an diesem Platz steht; zwischendurch bereits aufgebrochen, nach Tagen wieder zugesperrt, und nun seit einiger Zeit wieder zum Teil geöffnet worden ist, wurde ich von vielen Fußgängern argwöhnisch betrachtet. Viele gingen extra einen Umweg, um ja nicht an der Kamera vorbeigehen zu müssen, einige schauten aber auch freundlich und interessiert in meine Richtung. Ein Mann sprach mich barsch an, ob ich denn vom Ordnungsamt sei, als ich das verneinte, und er wissen wollte wofür ich denn die Bilder machen würde, vereinfachte ich das Ganze indem ich ihm erzählte, dass ich Fotografie studiere, und dies für meine Studienarbeit sei..

Danach wurde er dann freundlicher und regte sich über den ganzen Müll in der Gegend und den Zustand des Stadtteils auf. (Den ich gut kenne, da ich schon fast 20 Jahre hier wohne, den Wandel der gutes und schlechtes mit sich brachte miterlebt, und viele davon fotografisch dokumentiert habe.) Er erzählte mir dass er hier in der Vergangenheit, schon mehrfach mit anderen gelben Engeln eine Menge Abfall zusammengeklaubt hat, und gab mir Tipps an welchen Stellen ich auch noch fotografieren könne. Dann regte er sich weiter wegen des hießigen Drogenhandels auf.. Wer aus Leipzig kommt, oder sich ein wenig hier auskennt, weiß jetzt in welchem Stadtteil ich lebe.. 😉

Wie wird etwas Sehenswürdig?

Der Werdegang, wie etwas sehenswürdig wird, verhält sich ganz ähnlich wie beim ent- und bestehen von Werten, eine Gesellschaft macht sie dazu. Ausgenommen von Denkmälern, welche uns Menschen bestimmter geschichtsträchtiger Geschehnisse oder Personen gedenken lassen sollen, wurden in der Vergangenheit Sehenswürdigkeiten nicht mit dieser vorhergesehenen Bedeutung erbaut. Im Gegenteil dazu, wurden sie meist von vielen Personen für eine einzelne Person gebaut (wie z.B. Pyramiden, Paläste etc.), und werden nun erst in der Zukunft von vielen Menschen besucht. Das große Interesse daran, welches von einem kleinen Personenkreis ausging macht es zu einer Sehenswürdigkeit, welche besucht werden will.

Und warum besuchen Menschen Sehenswürdigkeiten?

Jürgen Habermas beschreibt es so, dass Freizeit „unter dem gesellschaftlich notwendigen Diktat der Arbeit“ steht. Er meint damit, dass wenn wir Urlaub machen, unsere gewohnte Arbeitsweise bestehen bleibt. – Wir Sehen – Dokumentieren / Fotografieren –  und Erzählen so schnell wie möglich anderen davon (Social Networks, wie Facebook, Twitter, Instagram, Blogs, oder Fotos – analog wie digital) – um das Gesehene dann auf unserer imaginären Liste abhaken zu können.

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Quellen für Informationen und Auszüge:
wienerzeitung.at: Ingrid Thurner. „Abgenutzte Schönheiten“, 19.07.2013 (03.02.2013)
wikipedia.de: „Sehenswürdigkeit“, http://de.wikipedia.org/wiki/Sehensw%C3%BCrdigkeit (03.02.2013)
– Screenshot: mit freundlicher Genehmigung der Fotografin

Ausgangspunkt

Folgende Bilder sind eine Auswahl einer Vielzahl an, noch eher unentschlossenen Fotoaufnahmen. Doch sie zeigen bereits eine grobe Richtung an, in die ich, innerhalb meiner Projektarbeit, fotografisch gehen möchte.