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Erstes Herantasten

Um mir ein wenig klarer darüber zu werden, auf welche Art und Weise ich Elemente im städtischen Raum fotografieren kann um sie sehenswert abzubilden, entschied ich mich vorerst für einen Gegenstand der sehr nah zu meiner Wohnung steht. Wer den vorigen Blogpost gelesen hat kennt ihn schon, den Bauwagen.

Ich betrachtete ihn aus allen denkbaren Perspektiven, die mir ohne Zugang zu einem Fenster der umstehenden Häuser möglich war, und fotografierte vorallem im monochromen Farbstil. Für schwarzweiß hatte ich mich im schon im Vornherein entschieden. Damit wollte ich heute, neben der Gesamtwirkung, ausprobieren, ob die farbliche Reduktion meinen Blick auf das wesentliche, wie Formen, Linien, Strukturen und die Komposition schärfen kann.

Während ich den alten Bauwagen fotografierte, der wohlgemerkt schon seit Ende November verlassen an diesem Platz steht; zwischendurch bereits aufgebrochen, nach Tagen wieder zugesperrt, und nun seit einiger Zeit wieder zum Teil geöffnet worden ist, wurde ich von vielen Fußgängern argwöhnisch betrachtet. Viele gingen extra einen Umweg, um ja nicht an der Kamera vorbeigehen zu müssen, einige schauten aber auch freundlich und interessiert in meine Richtung. Ein Mann sprach mich barsch an, ob ich denn vom Ordnungsamt sei, als ich das verneinte, und er wissen wollte wofür ich denn die Bilder machen würde, vereinfachte ich das Ganze indem ich ihm erzählte, dass ich Fotografie studiere, und dies für meine Studienarbeit sei..

Danach wurde er dann freundlicher und regte sich über den ganzen Müll in der Gegend und den Zustand des Stadtteils auf. (Den ich gut kenne, da ich schon fast 20 Jahre hier wohne, den Wandel der gutes und schlechtes mit sich brachte miterlebt, und viele davon fotografisch dokumentiert habe.) Er erzählte mir dass er hier in der Vergangenheit, schon mehrfach mit anderen gelben Engeln eine Menge Abfall zusammengeklaubt hat, und gab mir Tipps an welchen Stellen ich auch noch fotografieren könne. Dann regte er sich weiter wegen des hießigen Drogenhandels auf.. Wer aus Leipzig kommt, oder sich ein wenig hier auskennt, weiß jetzt in welchem Stadtteil ich lebe.. 😉